Keep calm and carry on: Ruhephasen in der juristischen Übersetzung

Seit Wochen keine Aufträge mehr? Gähnende Leere im Posteingang? Keine Panik! Ruhephasen gehören zum Berufsleben eines juristischen Übersetzers dazu. Hier ein paar Tipps, wie Sie eine Arbeitsdürre nicht nur überbrücken, sondern auch konstruktiv nützen können.  Ohne die Nerven zu verlieren!

Selbstständiger juristischer Übersetzer zu sein hat schon Vorteile. Man kann die Zeit selbst einteilen. Man kann auch manchmal nein sagen zu Aufträgen; weil sie wenig gewinnbringend sind, oder weil der Inhalt einfach uninteressant ist. Doch alles hat seinen Preis und für die meisten von uns ist das die Unsicherheit, die mit der Selbstständigkeit einhergeht.

Jeder Übersetzer, der ein paar Jahre Erfahrung hat, hat eine trockene Phase erlebt. Eine Phase, wo die Auftragslage plötzlich und ohne Vorwarnung abflaut und beunruhigend ruhig bleibt. Das kann Tage, Wochen, gar Monate andauern und kann ganz schön nervenaufreibend sein. Man soll aber nicht automatisch das Schlimmste befürchten und sich auf der Suche nach einem passenden Vollzeitjob machen. Sorgen zu machen ist verständlich, aber die Dinge sind meist halb so wild.

Hier ein paar Tipps, wie man konstruktiv mit diesen Ruhephasen umgehen kann.

Vorfinanzierung

Eine magere Auftragslage ist umso schlimmer, wenn Sie die Einkünfte von einem Monat verwenden, um die Kosten im folgenden Monat abzudecken. Der Gedanke davon, im nächsten Monat die Miete oder die Rechnungen nicht bezahlen zu können wird Ihnen nur schlaflose Nächte bescheren.

Eine gute Methode, um diese unangenehme Situation zu meiden ist die Vorfinanzierung. D.h. die Einkünfte vom vorigen Jahr werden verwendet, um die Kosten im folgenden Jahr zu decken. Man betrachtet dann die Einkünfte über ein gesamtes Jahr statt von Monat zu Monat und weiß gleich am Anfang eines Jahres, welche Mittel zur Verfügung stehen. Das schafft Sicherheit, und somit Ruhe und Freiheit.

Muster erkennen

Nehmen Sie sich etwas Zeit, um die Auftragslage in vergleichbaren Zeiträumen in vorigen Jahren zu analysieren. Können Sie bestimmte Muster erkennen? Zieht das Geschäft immer in bestimmten Monaten an, um dann in anderen wieder abzunehmen? Erklärt das vielleicht die Stille?

Für juristische Übersetzer sind auch neue Entwicklungen in der Rechts- und Wirtschaftslage relevant. Werden wichtige Normen umgesetzt? Oder ein wichtiges Gesetz reformiert? Boomt die Wirtschaft generell oder macht es doch magere Zeiten durch? All das kann sich letztlich auf Ihren Arbeitsvolumen auswirken.

Zeit konstruktiv nutzen

Einst man die Finanzen besser strukturiert und die Nerven etwas beruhigt hat, sollte man die freie Zeit nutzen. Am besten für Tätigkeiten, die für Ihr Business einen Mehrwert darstellen. Wie wäre es damit, Ihre Webseite auf Vordermann zu bringen, oder einen Blogartikel zu schreiben? Sogar mehrere Artikel, damit Sie noch regelmäßig aus dem Vorrat publizieren können, wenn Sie wieder mit Arbeit eingedeckt sind.

Sie können auch neue Ausbildungen machen, oder sich neue Fähigkeiten und Kenntnisse aneignen, die Ihr Business aufwerten. Sie können nachher neue Dienstleistungen anbieten, Ihre bestehenden Dienstleistungen erweitern bzw. verbessern oder sogar ein ganz neues Standbein aufbauen!

Und last but not least: nutzen Sie die freie Zeit um Ihre Seele baumeln zu lassen! Lesen Sie ein Buch, gehen Sie auf Urlaub, erledigen Sie die Kleinigkeiten, die Sie monatelang auf die lange Bank geschoben haben. In den stressigen Zeiten sehnen wir uns nach Ruhe; wenn sich die Lage beruhigt, stressen wir uns – googeln Sie mal „freelance feast and famine“ und Sie werden sehen, Sie sind in guter Gesellschaft.

Genießen Sie Ihr Leben – denn die nächsten Aufträge kommen bestimmt!

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