Juristische Übersetzungen: Tipps für die Beauftragung eines Übersetzers

Mit diesen Ratschlägen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit einem juristischen Übersetzer erfolgreicher und effizienter.

Sie wollen rechtliche Dokumente übersetzen lassen, haben einen Übersetzer ausgewählt und den Preis ausgehandelt. Dokumente übermitteln, fertig, los? Nicht so schnell. Nehmen Sie sich lieber etwas Zeit, Ihre genauen Vorstellungen mit dem Übersetzer vor dem Arbeitsbeginn zu besprechen. So bekommen Sie die juristische Übersetzung, die Sie wirklich wollen. Hier 4 Tipps für die reibungslose Beauftragung eines Übersetzers.

Geben Sie den Zweck der Übersetzung bekannt

Um sich in der Übersetzung grundsätzlich zu orientieren, muss der Übersetzer wissen, ob es für ein bestimmtes Zielland gemeint ist, ob es nur der Information dient, für rechtliche Zwecke, für die Veröffentlichung oder zu Werbungszwecken gebraucht wird.

Eine solche Informationspflicht gehört mittlerweile zu den Standard-AGBs von Übersetzern; schließlich bestimmt der Zweck einer Übersetzung, welche Sprache bzw. Schreibstil für den Zieltext geeignet ist. Darüber hinaus ist die Information für den Übersetzer notwendig, um die eigenen Haftungsrisiken für die Übersetzung einzuschätzen.

Erwünschte Vokabeln bzw. Formulierungen

Im Gegensatz zu Marketingtexten, wo eine flexible, bildhafte Sprache angebracht ist, ist die Sprache von juristischen Dokumenten eher trocken – dafür aber sehr präzis. Bei der Übersetzung eines juristischen Textes bleibt dem Übersetzer nicht viel Ermessen bei der Auswahl der Terminologie, wenn die genaue Bedeutung des Ausgangstextes in die Zielsprache übertragen werden sollte.

Immerhin ergeben sich im Laufe von Verhandlungen oder Geschäftsbeziehungen spezifische Definitionen, Formulierungen oder Terminologie, die man ggfs. in der Übersetzung berücksichtigen will. Ist das der Fall – teilen Sie Ihre Wünsche dem Übersetzer unbedingt mit! So kann er diese Besonderheiten direkt in die Übersetzung einbauen.

Besondere Formatierungswünsche

Das klingt jetzt sehr kleinlich, aber wenn Sie an die Formatierung der Übersetzung besondere Anforderungen haben (Schriftart, Gliederung usw.), sollte der Übersetzer darüber informiert werden und entsprechende Anweisungen erhalten. So meiden Sie etliche nachträgliche Änderungen und sparen viel Zeit.

Bei juristischen Übersetzungen ist es u.a. für den Übersetzer wichtig zu wissen, wie Sie mit der Übersetzung von Gesetzesnamen sowie der Bezeichnung von Vorschriften umgehen wollen. Ist der deutsche Name bzw. Abkürzung in Klammern neben der Übersetzung im Zieltext anzuführen? Ist im Text immer der vollständige Name des Gesetzes auszuschreiben oder reicht die (deutsche) Abkürzung? Wollen Sie „§“ mit „paragraph“ übersetzen oder lieber mit „section“?

Die Grenzen der Übersetzung

Der Auftrag des Übersetzers ist es, die Bedeutung des Ausgangstextes richtig und vollständig in die Zielsprache zu transportieren. Bei der Auswahl der Terminologie im Zieltext hat er ein gewisses Ermessen. Ihm setzt jedoch immer der Inhalt des Ausgangstextes Grenzen, die er ohne weiteres nicht überschreiten kann. Das kann man am folgendem Beispiel veranschaulichen: „der Handel“ kann – je nach Zusammenhang – mit „trade“, „commerce“, „business“ oder auch „retail“ übersetzt werden; der Übersetzer muss selbst auswählen, was im konkreten Fall passt. Das deutsche Wort mit „sales“ zu übersetzen würde jedoch den Rahmen dieses Ermessens klar sprengen.

Aus diesem Grund kann der Zieltext zuerst etwas holprig wirken. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Übersetzung schlecht ist, sondern dass sie noch bearbeitet werden (und vom Ausgangstext ggfs. abweichen) muss, um die gewünschte Wirkung in der Zielsprache zu erzielen. Das ist häufig der Fall bei Werbetexten oder Buchbeiträgen.

Am besten sammeln Sie Ihre Fragen zum Zieltext und rufen Sie den Übersetzer an, um Änderungswünsche und Alternativen zu besprechen. Ein guter Übersetzer wird eine Korrekturrunde im angemessenen Umfang gerne durchführen.

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